Sonderforschungsbereich 1136

Bildung und Religion in Kulturen des Mittelmeerraums und seiner Umwelt von der Antike bis zum Mittelalter und zum Klassischen Islam

Der Sonderforschungsbereich untersucht Konstellationen von Bildung und Religion in der griechischen und römischen Religion, im Judentum, im Christentum und im Islam vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 13. Jahrhundert n. Chr. Die Erforschung dieses Spannungsfeldes bietet nicht nur historische Aufschlüsse über kulturelle, soziale und religiöse Dynamiken, sondern besitzt heuristisches Potential auch für moderne Debatten über Bildung und Religion. „Bildung“ umfasst dabei Sozialisation (in Familie und Gesellschaft), Erziehung (durch Lehrer und andere Autoritäten) und Reflexion über Gott, Welt und Selbst. „Religion“ wird greifbar in Diskursen, Praktiken und Institutionen, die sich auf ein Gegenüber beziehen, das jenseits der alltäglichen menschlichen Erfahrung gedacht ist. Phänomene und Konstellationen werden interdisziplinär und vergleichend analysiert, sowohl in typologischer als auch in genealogischer Hinsicht. Dies geschieht in vier Projektbereichen:

A  Bildungsspeicher

An Bibliotheken und Kompendien und ihrer Einbindung in Kult und religiöse Praxis werden paradigmatisch institutionelle Aspekte von Bildung erforscht. Mehr dazu ....

B  Interpretationen

Die Auslegung von als heilig geltenden Schriften wird bezüglich ihrer hermeneutischen Grundsätze und (teils kulturübergreifend angewandten) methodischen Verfahren untersucht. Mehr dazu ....

C  Vermittlungen

Thematisiert werden die Akteurs- und Genderperspektive sowie die Frage nach religiösen Lernprozessen und ihren didaktischen Zielsetzungen. Mehr dazu ....

D  Diskurse

Fokussiert wird die diskursive Konstruktion von Menschen-, Gottes- und Weltbildern durch Bezug auf Bildung und im Gegenüber zu anderen Religionskulturen. Mehr dazu ....

Das Tableau der beteiligten Fächer reicht von den Altertumswissenschaften über das Alte Testament bzw. die Hebräische Bibel, das Neue Testament und die Kirchengeschichte bis zur Religions- und Islamwissenschaft, dem Christlichen Orient und dem abendländischen Mittelalter; es bezieht perspektivisch die Religionspädagogik ein.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert den SFB seit Juli 2015 für zunächst vier Jahre plus ein Jahr Auslauffinanzierung bis Ende Juni 2020.

Buchreihe SERAPHIM

Studies in Education and Religion in Ancient and Pre-Modern History in the Mediterranean Its Environs

Bildung und Religion stehen in Antike und Mittelalter im Wechselverhältnis zueinander – fruchtbar oder auch konflikthaft. Der Blick auf dieses Spannungsfeld eröffnet neue Perspektiven auf Bildungsvollzüge und auf religiöse Entwicklungen sowie auf zugehörige kulturelle, soziale und politische Konstellationen. Die Reihe Studies in Education and Religion in Ancient and Pre-Modern History in the Mediterranean and Its Environs dokumentiert Forschungen in diesem Feld. Sie steht in enger Verbindung mit dem Sonderforschungsbereich „Bildung und Religion in Kulturen des Mittelmeerraums und seiner Umwelt von der Antike bis zum Mittelalter und zum Klassischen Islam“ an der Universität Göttingen und den daran beteiligten Fächern (Altes und Neues Testament, Kirchengeschichte, Religionspädagogik, Klassische Philologie, Koptologie, Christlicher Orient, Klassische Archäologie, Alte und Mittelalterliche Geschichte, Religionswissenschaft sowie Arabistik und Islamwissenschaft), bezieht aber auch weitere relevante Disziplinen ein. Geschichtliche Gegebenheiten werden dabei im Horizont aktueller Fragen untersucht, um das Nachdenken über Bildung und Religion in der Gegenwart anzuregen. Mehr dazu ...

Der SFB legt Wert darauf, im Rahmen seiner Möglichkeiten die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie familienfreundliche Strukturen zu befördern. Die Gleichstellungssarbeit im SFB zielt darauf ab,

  • den Frauenanteil in der Wissenschaft auf allen Qualifikationsstufen, insbesondere aber im Blick auf die kritische Karrierephase zwischen Promotion und Berufung zu erhöhen,
  • gute Rahmenbedingungen für Inklusion zu schaffen,
  • ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen, damit wissenschaftliche Tätigkeit und Familienverantwortung besser miteinander vereinbart werden können,
  • die Sensibilität für Gleichstellungsfragen bei allen Mitgliedern und Angehörigen des SFB zu schärfen und
  • die Genderthematik dauerhaft im Forschungsprogramm des SFB zu verankern.

Dies geschieht durch Beratung und Information, Bedarfserfassung sowie die Organisation von Veranstaltungen und Angeboten beispielsweise zu den Themen Work-Life-Balance, Karriereplanung, Vereinbarkeit, Mentoring, Coaching, Networking, Sensibilisierung, Kinderbetreuung. Mehr dazu ...

Sonderforschungsbereich 1136

Geschäftsstelle

Die Geschäfte des SFB führt Prof. Dr. Peter Gemeinhardt als Sprecher. Für nähere Informationen können Sie sich gern an die Geschäftsstelle des SFB wenden:

Die Geschäftsstelle wie auch fast alle Teilprojekte befinden sich im Nikolausberger Weg 23 (1. und 3. Stock), auf dem Zentralcampus der Universität. Mehr dazu ...

Veranstaltungen & Neuigkeiten

Gastvortrag: Old Resources ... Modern Methodology: Athanasius of Alexandria in the Memory of the Copts

Dr. Ibrahim Saweros, Sohag University (zur Zeit vom DAAD geförderter Postdoctoral Fellow am Seminar für Ägyptologie und Koptologie)
 
16.7.2019 um 14 Uhr c.t.
 
Bibliothek des SFB 1136, Nikolausberger Weg 23, 37073 Göttingen, 1. Stock
Mehr dazu ...

Promotion Valeria Marchetti

Der SFB 1136 gratuliert Valeria Marchetti herzlich zu Ihrer am 23.07.2019 bestandenen Disputation. V. Marchetti schrieb ihre Dissertation in der Klassischen Philologie/Latinistik zum Thema "Religiöses Wissen im Diskurs: Ciceros religionsphilosophische Dialoge" im SFB-Teilprojekt D 01. Ihre Gutachter*innen waren Prof. P. Kuhlmann, Prof. U. Egelhaaf-Gaiser und Prof. H.-G. Nesselrath.

 

Mehr dazu ...

Neuerscheinung in der Reihe SERAPHIM

In der Buchreihe SERAPHIM ist Band 5 erschienen: "Zahlen- und Buchstabensysteme im Dienste religiöser Bildung", hrsg. v. Laura V. Schimmelpfenning, Reinhard G. Kratz. Mohr Siebeck, Tübingen 2019.

Mehr dazu ...

Habilitationsvorlesung Dr. Dr. Matthias Becker

Im Rahmen seines Habilitationsverfahrens hält
Herr Dr. Dr. Mathias Becker
am Mittwoch, dem 27. November 2019, 12 Uhr s.t.,
im Hörsaal ZHG 101
seine Probevorlesung über das Thema
„Jesu Familienethik gemäß dem Markusevangelium“
Dieser Vortrag ist öffentlich.

Mehr dazu ...